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Klassische Homöopathie | |
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Inhalt: 1. Was ist Homöopathie eigentlich? 2. Entstehung der klassischen Homöopathie 3. Was bedeutet der Begriff Homöopathie? 4. Voraussetzung zur Anwendung von homöopathischen Mitteln 5. Woraus werden homöopathische Mittel hergestellt? 6. Das Potenzieren 7. Wirkung der Homöopathie oder der berühmte Placebo-Effekt 8. Was bewirkt ein homöopathisches Mittel? 9. Vorgehensweise bei der Behandlung 10. Unterschiedliche Mittel bei gleicher Krankheit |
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11. Einsatzmöglichkeiten der Homöopathie 12. Grenzen der Homöopathie 13. Dauer und Heilungsverlauf 14. Darreichungsform und Dosierung 15. Homöopathische Einzelmittel vs. homöopathische Komplexmittel 16. Wer kann die klassische Homöopathie anwenden? 17. Der homöopatische Weg |
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1. Was ist Homöopathie eigentlich? Die Klassische Homöopathie ist kein Sammelbegriff für alternative Heilmethoden, sondern ein eigenständiges alternatives Heilverfahren. Bei dieser Therapieform werden keine Symptome, sondern kranke Lebewesen und deren ganz individuelles Krankheitsbild behandelt. Die Auswahl des homöopathischen Mittels erfolgt nach dem Ähnlichkeitsprinzip und unter Berücksichtigung der Individualität und der individuellen Symptome des Patienten. Das Ähnlichkeitsprinzip basiert auf dem Wissen, dass eine Substanz, die bei einem Gesunden bestimmte Reaktionen hervorruft, einen Kranken, der die gleichen Reaktionen (= Symptome) zeigt, heilen kann. Nach Ansicht der klassischen Homöopathie ist bei einer Krankheit nicht nur der Körper zu behandeln, sondern das ganze Lebewesen in seiner Einheit als Körper, Geist und Seele. Während einer homöopathischen Behandlung wird der Organismus durch das passende individuell ausgewählte Mittel zur Selbstheilung angeregt mit dem Ziel, die ins Ungleichgewicht geratene Lebenskraft auf allen Ebenen zu stärken und zu harmonisieren. |
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2. Entstehung der klassischen Homöopathie Begründet wurde die klassische Homöopathie von dem Arzt Samuel Hahnemann, der von 1755-1843 lebte. Samuel Hahnemann war mit den Behandlungsmethoden seiner Zeit nicht einverstanden. Er empfand die damaligen schulmedizinischen Behandlungsmethoden wie Aderlass, Brechmittel, Abführmittel etc. als grausam und wenig wirkungsvoll. Er war ein hochbegabter, sensibler und weiser Mensch, dessen Wunsch es war den Menschen zu helfen und sie dauerhaft zu heilen, nicht ihnen durch schmerzhafte Methoden weiteres Leid zuzufügen. | |
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Samuel Hahnemann
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Er gab aus diesem Grund seine Praxis nach 2 Jahren auf und arbeitete als Übersetzer medizinischer Schriften. Bei einer Übersetzung der Arzneimittellehre des schottischen Pharmakologen Cullen über die Chinarinde entdeckte Hahnemann das Ähnlichkeitsprinzip. Er stellte fest, dass durch die Einnahme der Chinarinde, die zur damaligen Zeit ein bewährtes Malaria-Mittel war, typische Malaria-Symptome erzeugt wurden. Er führte seine Versuche weiter fort und legte so den Grundstein zur klassischen Homöopathie. Der Ausdruck klassisch" im Zusammenhang mit Homöopathie besagt, dass die Homöopathie genau nach der von Hahnemann aufgestellten Lehre ausgeübt wird. |
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3. Was bedeutet der Begriff Homöopathie? Der Name Homöopathie stammt von den griechischen Wörtern homoios, das heißt ähnlich und pathos, das heißt Leiden, zusammengesetzt bedeutet das ähnliches Leiden". Samuel Hahnemann fand heraus, dass man Krankheiten heilen kann, indem man ein Mittel einnimmt, das die Symptome dieser Krankheit beim gesunden Menschen hervorruft. Von ihm stammt der Ausspruch Similia similibus curentur" was übersetzt heißt Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden". Wenn zum Beispiel eine gesunde Versuchsperson eine bestimmte Substanz über einen gewissen Zeitraum einnimmt, kann sie eine Vielzahl von Symptomen entwickeln. Die gleichen Symptome können bei einem Kranken geheilt werden, wenn er diesen Stoff homöopathisch aufbereitet zu sich nimmt. Ein Beispiel dafür ist das Naselaufen und Augentränen beim Zwiebelschneiden. Was die Zwiebel beim Gesunden hervorrufen kann, nämlich dass die Nase läuft und die Augen tränen, kann sie in homöopathischer Zubereitung z.B. bei einem an Schnupfen erkrankten mit diesen Symptomen heilen. |
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4. Voraussetzung zur Anwendung von homöopathischen Mitteln Die Voraussetzung zur Anwendung von homöopathischen Mitteln ist die genaue Kenntnis ihrer Wirkung beim Gesunden. Woher weiß nun der behandelnde Homöopath welche Symptome ein Mittel beim Gesunden hervorruft ? Dies erfährt er durch die dokumentierten Arzneimittelprüfungen. Homöopathische Mittel wurden und werden an gesunden, freiwilligen Personen, und nicht wie in der Schulmedizin üblich im Tierversuch, geprüft. Bei der Arzneimittelprüfung werden sämtliche auftretenden Symptome der Prüflinge, körperliche wie seelische, exakt protokolliert. Die Gesamtheit der auftretenden Symptome ergeben das Arzneimittelbild. Die Arzneimittelbilder bilden zusammen mit dem Repertorium, das ist das Verzeichnis aller bei sämtlichen Arzneimittelprüfungen entstandenen Symptome, die Arbeitsgrundlage des homöopathisch arbeitenden Behandlers. |
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5. Woraus werden homöopathische Mittel hergestellt? Ausgangspunkt der homöopathischen Mittel ist alles was in der Natur vorkommt wie Pflanzen (z.B. Ringelblume, Arnika), Mineralien (z.B. Phosphor, Schwefel), Tiere und tierische Produkte (z.B. Insekten, Schlangengifte), Metalle (z.B. Gold, Silber) und Krankheitsprodukte, also Krankheitserreger (die sogenannten Nosoden). Diese werden nach genauen Vorschriften zur Urtinktur hergestellt. Aus dieser Urtinktur wird dann die homöopathische Aufbereitung vorgenommen durch die Potenzierung. Zur Zeit gibt es mehr als 1000 homöopathisch geprüfte und ca. 2000 wenig oder nicht geprüfte homöopathische Mittel. |
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6. Das Potenzieren Das Potenzieren war eine wichtige Entdeckung von Hahnemann. Als Hahnemann anfing homöopathische Mittel auszuprobieren, benutzte er die reine Urtinktur, was aber häufig zu unerwartet starken Reaktionen beim Kranken führte. Er fand heraus, dass sich durch ein spezielles Verdünnungs- und Verschüttelungsverfahren einerseits die häufig auftretende Erstreaktion herabsetzen ließ, während andererseits die Heilwirkung sogar noch gesteigert wurde. Es stellte sich auch heraus, dass dadurch gewisse Substanzen Heilwirkungen zeigten, die sie im Urzustand gar nicht hatten und die Giftigkeit bzw. der krankheitsauslösende Reiz gewisser Substanzen wie z.B. Schlangengift in einen heilenden umgewandelt wurde. Hahnemann nannte diese Bearbeitung Dynamisieren bzw. Potenzieren. Beim Potenzieren wird ein kleiner Teil der Ursubstanz mit einem größeren Teil Trägersubstanz (z.B. Wasser oder Alkohol) vermischt und verschüttelt. Bei der häufig verwendeten C-Potenz geht der Potenzierungsprozess wie folgt vor sich: Von der Ausgangssubstanz eines Mittels wird 1 Teil mit 99 Teilen eines Trägerstoffes wie z.B. Alkohol vermischt und mit kräftigen Schüttelschlägen bearbeitet. So entsteht die C1. Von dieser C1 wird wiederum 1Teil mit 99 Teilen Trägersubstanz vermischt und verschüttelt zur C2. Dieser Vorgang wird immer weiter durchgeführt bis zur C30, C200, C100 und so weiter. Durch den Verschüttelungsprozess werden die in der Materie der Ursubstanz vorhandenen energetischen Kräfte freigesetzt. Bei der Potenzierung verringert sich demzufolge die Masse bzw. Materie der Ausgangssubstanz und es kommen an ihrer Stelle die unsichtbaren energetischen Potentiale "zum Vorschein". Hierzu eine Aussage Samuel Hahnemanns aus dem Jahr 1839: Homöopathische Dynamisationen (Potenzierungen) sind wahre Erweckungen der in natürlichen Körpern während ihres rohen Zustandes verborgen gelegenen arzneilichen Eigenschaften" Mit diesem Satz versuchte er auszudrücken, dass die wahren Heilkräfte der Ursprungsmaterialien wie z.B. der Pflanzen nicht in deren sichtbaren Anteilen wie den Blättern, Blüten, Rinden oder Wurzeln liegen, sondern in den nicht materiellen, energetischen Anteilen. |
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7. Wirkung der Homöopathie oder der berühmte Placebo-Effekt Hahnemann selbst hatte zunächst große Schwierigkeiten, sich die Wirkungsweise seiner homöopathischen Mittel zu erklären. Seine Beobachtung, dass die Wirksamkeit der Mittel zunimmt, je höher sie verdünnt und verschüttelt wurden, widersprach und widerspricht der vorherrschenden Lehrmeinung grundlegend. Er kam zu dem Schluss, dass der Körper eines jeden Lebewesens über eine unsichtbare Energie verfügen müsse, die auf den feinen Reiz durch ein homöopathisches Mittel reagiert und den Körper befähigt, sich selbst zu heilen. Hahnemann nannte diese Energie die Lebenskraft des Körpers". Die wissenschaftliche Medizin und Kritiker der klassischen Homöopathie behaupten, dass homöopathische Mittel gar nicht wirken können, da ab einer bestimmten Potenz, nämlich der C12 und D24 kein einziges Molekül der Ursubstanz mehr vorhanden ist. Vielfach wird die Meinung vertreten, dass die Wirkungsweise der Homöopathie auf dem Placebo-Effekt beruht, d.h. sie wirkt nur deshalb weil der Patient an die Wirkung glaubt. Gegen den Placebo Effekt spricht ganz eindeutig, dass Säuglinge, Tiere und sogar Pflanzen erfolgreich mit homöopathischen Hochpotenzen behandelt wurden. Paradoxerweise sind es sogar gerade die hohen Potenzen, also die Potenzen in denen weniger als nichts von dem Ursprungsmaterial enthalten ist, die besonders gute Heilerfolge vorzuweisen haben. Ein homöopathisches Mittel wirkt durch seine energetische Information. Jede feste Materie besteht aus energetischen Schwingungen. Der Potenzierungsvorgang bringt die in den Ursubstanzen vorhandene Information in eine für den Organismus verwertbaren Zustand, indem die energetischen Schwingungen der Ursubstanz als Informationsmuster auf die Trägersubstanz übertragen wird. Dieses Energiemuster seinerseits hat dann wiederum Einfluss auf das Informationsmuster der gestörten Lebenskraft. Obwohl die energetische Wirkungsweise homöopathischer Mittel mit den bisher bekannten Methoden nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, zeigen doch wissenschaftliche Forschungsergebnisse und vor allen Dingen eine immense Anzahl von erfolgreichen Behandlungen und Erfahrungen mit der klassischen Homöopathie weltweit, dass sie wirkt und heilt. Am Beispiel eines Buches kann man verdeutlichen, dass es nicht so sehr auf die chemische Zusammensetzung ankommt, sondern vielmehr auf den Inhalt. Chemisch gesehen besteht ein Buch aus Papier, Leim und Druckerschwärze, doch diese chemischen Bestandteile sagen nichts über den Inhalt des Buches aus. Lässt man 5 verschiedene Bücher auf ihre Beschaffenheit untersuchen, so enthalten alle die gleichen chemischen Bestandteile und doch unterscheiden sie sich wesentlich in ihren Inhalten. Und auf den Inhalt kommt es ja letztendlich an. Seit Albert Einsteins naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gilt es als unumstritten, dass Materie letztlich nichts anderes ist als ein Energiezustand. In den scheinbar festen Stoffen unserer Umwelt sind offenbar ungeheure Energien verborgen, die bislang ungenutzt blieben. Hahnemann hat mit der Potenzierung einen Weg entdeckt, wie diese Energie mobilisiert und genutzt werden kann. |
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8. Was bewirkt ein homöopathisches Mittel? Hahnemann prägte den Ausdruck "Lebenskraft", die für ihn eine unsichtbare Energie darstellte, die den Körper gesund erhält. Ist die Lebenskraft in Ordnung, besteht ein harmonisches Gleichgewicht von Körper, Seele und Geist. Homöopathische Mittel aktivieren die Lebenskraft des Patienten, indem sie einen feinen, subtilen Impuls setzen, der den Organismus zu Heilung und verstärkter Aktivität anregt. Sie sind ein Hilfsmittel zur Selbstheilung, das die eigenen Kräfte mobilisiert, um Krankheit und die daraus resultierenden Symptome eigenständig zu überwinden. Ziel einer homöopathischen Behandlung ist nicht Symptome oder Krankheitserreger zu bekämpfen und zum verschwinden zu bringen, sondern die Lebenskraft des Patienten so zu stärken, dass den Symptomen und Erregern die Grundlage entzogen wird. |
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9. Vorgehensweise bei der Behandlung Der Erfolg einer homöopathischen Behandlung hängt entscheidend von der vollständigen Erfassung und richtigen Bewertung der Krankheitssymptome ab. Das bedingt eine ausführliche Fallaufnahme, während der sämtliche Symptome des Patienten, die körperlichen und die seelischen, sowie Verhaltensauffälligkeiten und Charaktermerkmale festgehalten werden. Des weiteren will der Homöopath genau wissen, wie die Symptome aussehen, unter welchen Umständen die Krankheit begann, unter welchen Umständen sie sich bessert oder verschlechtert. Er interessiert sich für die Ess- und Trinkgewohnheiten, die Lebensweise und Familienkrankheiten. Alles kann von Bedeutung sein. Dabei ist er sehr auf die Mitarbeit und Mithilfe seiner Patienten, das heißt bei Tieren des Tierbesitzers, angewiesen. Ruhe, Zeit und Geduld sind wichtige Faktoren bei der homöopathischen Fallaufnahme. Die vielen, teilweise ungewöhnlichen Fragen, die beantwortet werden müssen, lassen den Homöopathen mitunter etwas neugierig erscheinen. Aber es sind gerade die Details die häufig zur richtigen Mittelwahl führen. Und je genauer der homöopathische Behandler ihr Tier und dessen Probleme kennen lernt, desto besser kann er ihm helfen. Nach der Fallaufnahme folgt die Mittelfindung, die als Repertorisation bezeichnet wird. Die Repertorisation erfolgt in den meisten Fällen (Ausnahme sind akute Erkrankungen) nicht mehr im Beisein des Patienten. Dabei wird das aufgenommene Krankheitsbild des Patienten mit den homöopathischen Arzneimittelbildern abgeglichen und das ähnlichste herausgesucht. Die Mittelsuche ist - speziell im chronischen Fall - sehr umfangreich und teilweise sehr zeitaufwendig. Wer die schnelle Art gewohnt ist, mit der üblicherweise Medikamente verschrieben werden, wird vielleicht enttäuscht sein und die Kompetenz des Homöopathen anzweifeln. Die Homöopathie funktioniert aber nicht nach dem Prinzip "schnell und viel", sondern versucht das Wesen des Patienten zu verstehen und es in Übereinstimmung mit dem Wesen des homöopathischen Mittels zu bringen. Und das braucht seine Zeit. |
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10. Unterschiedliche Mittel bei gleicher Krankheit? Bei jedem Tier äußert sich eine Krankheit anders und jedes Tier reagiert auch entsprechend seinem Wesen anders auf Krankheitssymptome. Wenn ihre Katze z.B. bei einem Schnupfen erfolgreich mit Pulsatilla behandelt wurde, bedeutet das nicht, dass die Katze ihres Nachbarn die nun ein paar Tage später ebenfalls Schnupfen bekommt, auch durch dieses Mittel gesund wird. Das heißt aber nicht, dass die Homöopathie nichts taugt oder nur ab und zu hilft, sondern, dass das Mittel im 2. Fall ein anderes sein muss. Die Katze ihres Nachbarn zeigt vielleicht ganz andere Schnupfensymptome, und selbst wenn sie die gleichen Symptome zeigt, so kann sie doch andere Reaktionen auf ihre Krankheitssymptome zeigen und hat zudem eventuell noch ein anderes Naturell als ihre Katze. Die eine Katze kann ein kleiner und liebevoller Schmuser sein, der gelassen und friedlich seine Krankheit erträgt, während die andere Katze der Rambo" unter den Katzen ist, der gerne mal die eine oder andere Schlägerei vom Zaun bricht und auf seine Krankheit mit Unruhe und Zorn reagiert. Die Mittelgabe erfolgt immer unter Berücksichtigung der Individualität und individuellen Symptome eines jeden Tieres und so bekommt eben jedes Tier das homöopathische Einzelmittel das ihm und seinem Krankheitsbild am ähnlichsten ist. |
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11. Einsatzmöglichkeiten der Homöopathie Die klassische Homöopathie kann sowohl bei akuten als auch bei chronischen Krankheiten angewendet werden. Häufig wird die klassische Homöopathie als eine Behandlungsmethode nur für chronische Erkrankungen dargestellt. Aber das ist nicht richtig. Richtig ist vielmehr, dass die klassische Homöopathie eine der wenigen Therapienformen ist, die bei chronischen Krankheiten überhaupt noch eine Heilungschance bietet. Bei akuten Erkrankungen kann der Einsatz eines homöopathischen Mittels zu einer schnellen und nebenwirkungsfreien Wiederherstellung der Gesundheit führen. Der Vorteil einer homöopathischen Behandlung z.B. bei einer Infektionskrankheit liegt u.a. darin, dass die Homöopathie keine Erreger bekämpft, sondern den Patienten so stärkt, dass er aus eigener Kraft genesen kann und dadurch Viren und Bakterien die Existenzgrundlage entzieht. Bei unheilbaren Krankheiten oder im Fall von teilweise zerstörten Organen kann die Homöopathie noch lindern und eventuell den Krankheitsverlauf verlangsamen oder stoppen. Sie kann bei operativen Eingriffen begleitende Vor- und Nachsorge leisten. Und sie kann bei medikamentenabhängigen Krankheiten wie z.B. dem Diabetes durch Stärkung der Konstitution den Allgemeinzustand verbessern und dadurch vielleicht sogar die Medikamentenzufuhr verringern. Auch die vielen psychischen Störungen wie z.B. Ängste, Aggressionen und Verhaltensauffälligkeiten können homöopathisch gebessert, teilweise sogar ganz abgestellt werden. Generell kann man sagen, dass eine homöopathische Behandlung dazu beiträgt eine Stabilisierung des emotionalen und biologischen Gleichgewichts zu unterstützen und damit zu einer ausgeglichen Persönlichkeit und Verbesserung der eigenen Immunabwehr verhilft. Die Homöopathie ist optimal dazu geeignet ein Tier vom Welpen- bis ins Greisenalter zu begleiten. Ein von Anfang an homöopathisch behandeltes Tier wird in der Regel eine gute Widerstandskraft gegen Krankheiten entwickeln, körperlich fit sein und bleiben und eine ausgeglichene Konstitution entwickeln. |
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12. Grenzen der Homöopathie Natürlich hat eine homöopathische Behandlung - wie jede andere auch - ihre Grenzen. Nur wenn der Organismus noch reaktionsfähig ist, kann ein homöopathisches Mittel wirken. Die Reaktionsfähigkeit kann herabgesetzt sein durch schwere (sogenannte unheilbare) Krankheiten wie z.B. Krebs im Endstadium, oder durch geschädigte oder tlw. zerstörte Organe (z.B. chronische Niereninsuffizienz, Diabetes). In solchen Fällen kann die Homöopathie zwar durchaus noch etwas bewirken, aber eine komplette Wiederherstellung der Gesundheit ist kaum noch möglich. Weitere Grenzen bei der homöopathischen Behandlung stellen die nicht artgerechte Haltung und Ernährung eines Tieres dar. Ein homöopathisches Mittel kann die Folgen einer Fehlernährung oder schlechten Haltung nicht dauerhaft heilen, wenn diese nicht gleichzeitig mit umgestellt werden. Auch vorangegangene Behandlungen wie z.B. lange Gaben schulmedizinischer Medikamente, aber auch falsch eingesetzte homöopathische Mittel können eine homöopathische Behandlung erschweren. Eine weiteres Problem bei der homöopathischen Behandlung eines Tieres liegt vielfach darin, dass es dem Tierbesitzer oft schwer fällt eine genaue Beschreibung seines Tieres abzugeben. Hier müssen Therapeut und Tierbesitzer sehr gut zusammenarbeiten, um der Schwäche des Tieres gemeinsam auf den Grund zu gehen. Einige Tierbesitzer haben leider auch nicht die Geduld, um eine homöopathische Behandlung zu Ende zu führen. Diese kann in chronischen Fällen sehr lang dauern, es können mitunter verschiedene Mittel zum Einsatz kommen und es kann in ein gutes Stück Arbeit ausarten. Auch hier müssen Tierhalter und Homöopath mit viel Mühe und Geduld zusammenarbeiten. Aber die Mühe lohnt sich auf jeden Fall, denn am Ende steht oft ein wieder erstarktes Tier. |
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13. Dauer und Heilungsverlauf Der Heilungsverlauf ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Die Stärke der Lebenskraft spielt dabei eine große Rolle. Ein altes und schwaches Tier kann eventuell nicht mehr so gut auf ein homöopathisches Mittel reagieren wie ein junges. Je schwächer das Tier ist, desto länger dauert die Heilung. Auch Erbfaktoren spielen eine Rolle, d.h. viele chronische Krankheiten unter den Vorfahren des Tieres können den Heilungsprozess erschweren, ebenso wie viele vorangegangene Krankheiten, die ein Tier schon hatte und die eventuell mit allopathischen Medikamenten behandelt wurden. Eine große Rolle spielt auch die Lebensweise, d.h. je gesünder und naturnäher ein Tier lebt, desto mehr wird die homöopathische Heilung unterstützt. |
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14. Darreichungsform und Dosierung Auch wenn jeder will, dass seinem Tier so schnell und so gut wie möglich geholfen werden soll, in der Homöopathie spielen Menge und Häufigkeit einer Mittelgabe keine Rolle. Viel und häufig bedeuten nicht zwangsläufig auch eine schnellere Heilung. Im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten kann bereits eine einzige Gabe von wenigen Globuli zu einer Heilung führen. Je nach Schwere der Krankheit und Potenz wird das Mittel einmalig oder wiederholt eingegeben. Je niedriger die Potenz, desto häufiger muss wiederholt werden. Im Akutfall kann eine häufige Wiederholung angezeigt sein, auch bei hohen Potenzen. Während im Fall einer chronischen Krankheit häufig eine Arzneigabe für viele Wochen oder Monate wirkt. Während dieser langen Wirkdauer wird die Information des Mittels vom Kranken verarbeitet. Wenn wir die homöopathische Mittelgabe mit dem Lesen eines Buches vergleichen wird leichter verständlich, warum es keinen Sinn macht, sich ein und dasselbe Buch 10 x zu besorgen. Eine Ausgabe genügt erst einmal. Es dauert ja eine Weile, bis das Buch vollständig gelesen und verstanden ist. Nicht die Menge der Information ist wichtig, sondern ihr Inhalt. Qualität ist wichtiger als Quantität. Nach einer gewissen Zeit kann es eventuell sinnvoll sein, das Buch noch mal zu lesen, sprich das Mittel zu wiederholen, um auch die Stellen zu verstehen, die man beim ersten lesen nicht verstanden hat. Oder ein neues Buch muss her, weil man allein mit dem Wissen aus dem 1. Buch nicht mehr weiter kommt, sprich ein neues homöopathisches Mittel kann nötig werden. Aber das wird in jeder Situation individuell entschieden und ist abhängig von der Entwicklung, die ein Patient unter einer Mittelgabe durchmacht. Obwohl es bei der Mittelgabe keine Rolle spielt, in welcher Form sie erfolgt, haben sich Globuli ( das sind kleine Streukügelchen) am besten bewährt. |
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15. Homöopathische Einzelmittel vs. homöopathische Komplexmittel Es hat gute Gründe, warum klassische Homöopathen keine homöopathischen Komplexmittel verschreiben. Ein Komplexmittel setzt sich aus mehreren homöopathischen Einzelmitteln zusammen und wird für einen bestimmten Symptomenkomplex wie z.B. Arthrose, Husten etc., ohne Berücksichtigung der individuellen Symptome, verwendet. Die unterschiedlichen Mittel innerhalb eines Komplexmittels können Wechselwirkungen untereinander haben, oder sich in ihrer Wirkung gegenseitig aufheben. Bei einem Einzelmittel ist seine Wirkung aufgrund der Arzneimittelprüfung vorhersehbar. Doch niemand weiß ob und wie die Mittelwirkung sich verändert, wenn ein Mittel mit anderen Mitteln vermischt wird. Wenn z.B. nach Einnahme eines Komplexmittels, das 6 verschiedene homöopathische Mittel beinhaltet, eine Verschlimmerung eintritt, weiß niemand ob das durch das Komplexmittel als Ganzes geschehen ist, oder durch eines der enthaltenen Mittel. Dadurch weiß auch niemand, wie er auf diese Verschlimmerung reagieren soll. Vielleicht hat eines der Mittel gebessert, während ein anderes die Besserung wieder zunichte gemacht hat. Vielleicht wirkt eines der Mittel sofort, während ein anderes Mittel eine langsame Wirkweise hat und erst nach Wochen zum Zuge kommt. Wenn ein Patient mit Besserung reagiert, nun aber ein Folgemittel benötigt, ist es schwer dieses zu bestimmten, denn keiner weiß, welches der Mittel die Besserung bewirkt hat. Da jedes homöopathisches Mittel eine Information enthält, kann man sich leicht vorstellen was passiert, wenn man viele Mittel miteinander mischt. Georgos Vithoulkas, der bekannte Homöopath, beschreibt die Wirkung eines Komplexmittels so: Es ist, als ob ein Mensch sechs verschiedene Radiosender gleichzeitig einstellt und nun hofft eine Symphonie zu hören". Die Effektivität der Homöopathie besteht ja gerade in der zielgerichteten Anwendung eines individuell ausgewählten Einzelmittels, vergleichbar mit einem zielsicher abgeschossenen Pfeil der ins Schwarze trifft. Bei einem Komplexmittel wird mit der Schrotflinte geschossen, in der Hoffnung wenigstens etwas zu treffen. Aber niemand weiß was. |
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16. Wer kann die klassische Homöopathie anwenden? Die klassisch-homöopathische Behandlung ist keine Heilmethode, die von Laien angewendet werden sollte, auch wenn viele Bücher über Homöopathie das Gegenteil glauben lassen. Sie gehört nur in die Hände eines gut ausgebildeten Homöopathen. Die Homöopathie ist eine komplexe Heilmethode, die mindestens denselben Aufwand erfordert wie ein Hochschulstudium. Nur mit dem Unterschied, dass der Homöopath nie zu Ende gelernt hat. Es gibt sehr viel zu beachten, der Homöopath muss nicht nur die vielen Mittel genau kennen, sondern auch wissen wie sie untereinander wirken, er muss die richtige Potenz wählen, die Dauer der Einnahme bestimmen und eventuell das Mittel wechseln, da oft ein Mittel allein nicht ausreicht. Außerdem muss er den Krankheitsverlauf und die Krankheit mit allen Symptomen kennen, um beurteilen zu können, ob z.B. ein Symptom normal oder ungewöhnlich ist. All dies macht klar, dass eine Selbstbehandlung nicht sinnvoll ist. |
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17. Der homöopathische Weg Nachfolgend können Sie mein Referat zum Abschluß meiner 2-jährigen homöopathischen Grundausbildung lesen. Warum überzeugt mich der homöopathische Weg ? Homöopathie war für mich zu Beginn meiner Ausbildung als Tierheilpraktikerin das wofür es auch die meisten Laien halten: eine sanfte Naturheilweise ohne Nebenwirkungen". Über die Art und Weise der Wirkung hatte ich keine Ahnung, Potenzieren war für mich Verdünnen und ich glaubte, daß homöopathische Mittel nur aus Pflanzen hergestellt würden. Nach meiner Aufklärung über die energetische Heilweise der homöopathischen Mittel, das Potenzierungsverfahren, die Arzneimittelprüfungen und das Ähnlichkeitsgesetz war ich überrascht. Das ist ja ebenso einfach wie genial (das mit dem einfach hat sich nach jahrelanger Arbeit als Tierhomöopathin etwas relativiert). Und das ist genau die Heilmethode, nach der ich immer gesucht habe. Die erste eigene Erfahrung die ich mit der Homöopathie gemacht habe war ebenso schmerzhaft wie überzeugend. Aufgrund einer mit starken Schmerzen verbundenen Krankheit suchte ich eine Homöopathin auf. Würde das Wunder auch bei mir funktionieren? Die kleinen Zweifel nagten. Geht das wirklich, daß 3 läppische Kügelchen eines Mittels mich von einer sehr schmerzhaften Krankheit heilen können? Der Name des Mittels wurde mir von der Heilpraktikerin nicht genannt, um mich nicht zu beeinflußen. Vermutlich hätte ich alle Symptome nachgelesen und sofort bekommen. Die Erstverschlimmerung kam ebenso plötzlich wie massiv. Was eine körperliche Qual war, war auch gleichzeitig die Gewissheit: es wirkt". Die Schmerzen wurden zwar nur langsam aber nichts destotrotz immer weniger und die Heilung kam. Was mich am allermeisten beeindruckt hat war, daß nicht nur die Heilung kam sondern auch ein großes seelisches Wohlbefinden. In der Zwischenzeit gab es sehr viele Gelegenheiten für mich, meine Familie und unsere Tiere die Wirkung der homöopathischen Mittel zu erfahren. Und aus einem anfänglich mitleidigen Na dann mach mal..." wurde mittlerweile Anerkennung dieser Heilweise. Die Wirkung kam nicht immer so wie ich es mir vorgestellt oder gewünscht habe, aber sie hat sich im Nachhinein immer als gut herausgestellt. Besonders die Wirkung an den Tieren hat mir gezeigt, das Homöopathie kein Hokuspokus ist und nichts mit Placebo-Effekt zu tun hat. Schließlich kann ich meine Katzen nicht mal davon überzeugen, die Couch nicht zu zerkratzen und nicht ständig in meinem Bett zu schlafen, wie sollte es mir da gelingen sie durch die Gabe von ein paar Globuli zu überreden gesund zu werden?? Was ist es nun genau, was mich an der Homöopathie überzeugt ? Es ist nicht nur, daß sie wirkt, sondern wie sie wirkt. Mir gefällt, daß es bei der Homöopathie nicht darum geht ein Symptom oder eine Krankheit zu bekämpfen oder zu unterdrücken, sondern darum den Körper bzw. die Lebenskraft zu unterstützen und zur Selbstheilung anzuregen. Man ist also jederzeit aktiv an seiner Heilung beteiligt und hat die Verantwortung für seine Gesundheit selbst in der Hand. Die Homöopathie ist eine sanfte Heilweise, die, wenn das Mittel richtig gewählt ist, sicher und dauerhaft wirkt und frei von Nebenwirkungen ist. Sie bewirkt auch immer eine persönliche Weiterentwicklung und zwingt uns zur Auseinandersetzung und Ehrlichkeit mit uns selbst. Homöopathie betrachtet ein Lebewesen in seiner Gesamtheit als Körper, Seele und Geist und zerlegt Mensch und Tier nicht in Einzelteile wie eine Maschine. Sie berücksichtigt die Individualität eines jeden Einzelnen. Die Homöopathie hat mir auch gezeigt, daß alles in meinem Organismus darauf ausgerichtet ist, sich jederzeit selbst zu heilen, und daß ich, wenn ich die nötige Geduld aufbringe, nur auf mich selbst angewiesen bin. Es ist trotzdem gut zu wissen, daß ich jederzeit auf ein homöopathisches Mittel zurückgreifen kann, wenn ich mal wieder zu ungeduldig bin. Und das was mir am Anfang als großer Nachteil der Homöopathie erschien, empfinde ich jetzt als Herausforderung. Daß man sich nämlich quasi lebenslänglich und ständig mit ihr beschäftigen muß, um sie adäquat zu beherrschen. So wie ich mich weiterentwickle, so entwickelt sich auch mein Wissen über die Homöopathie und ihre Anwendung weiter. Homöopathie ist für mich zusammengefaßt wie ein Wegweiser, der uns ja auch nur den Weg zeigt, aber ich allein muß den Mut und die Kraft haben ihn zu gehen. |
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